Status quo bei Digitalisierung und Vermarktung hinterfragt

Status quo bei Digitalisierung und Vermarktung hinterfragt

Status quo bei Digitalisierung und Vermarktung hinterfragt

Die Vermarktung der neuen Gewerbeflächen in Kaarst und die Digitalisierung im Stadtgebiet sind zwei zentrale Themen, die unsere Kaarster Wirtschaft beschäftigen.

Und genau diese beiden Punkte standen auf der Agenda eines digitalen Treffens der MIT Kaarst mit Bürgermeisterin Ursula Baum und dem Wirtschaftsförderer Axel Süßbrich. Rund 25 Teilnehmer hatten sich dazu eingeloggt.

Die Bürgermeisterin erläuterte zunächst den Stand der Digitalisierung in der Stadtverwaltung. So verfügen mittlerweile rund 80 Prozent der Mitarbeiter über einen digitalen Arbeitsplatz für das mobile Arbeiten. Ziel sei es, nicht nur das flexible Arbeiten – etwa im Homeoffice – zu etablieren, sondern auch im Rathaus von festen Arbeitsplatzzuweisungen abzukehren und dass sich die Mitarbeiter an beliebigen Arbeitsplätzen über Dockingstations einloggen und arbeiten. Über verschiedene Softwares ist das Dokumentenmanagement oder die Verwaltung von Gebäuden digitalisiert, der Posteingang soll im Laufe des Jahres 2021/22 digitalisiert werden.

Digitaler Bürgerservice unbefriedigend

Bei allem Fortschritt der internen Abläufe wurde aus Reihen der MIT kritisch angesprochen, dass das digitale Angebot für die Bürger unbefriedigend sei, etwa in Form des Aufbaus der Internetseite auf der Suche nach Terminen oder Ansprechpartner. „Die Digitalisierung der Stadt ist zwar in Angriff genommen worden, allerdings ist hier noch viel Arbeit zu erledigen, bevor die Digitalisierung auch bei den Bürgern ankommt. Die Problematik liegt unter anderem aber in den Restriktionen des Datenschutzes und vielen sonstigen Vorschriften“, sagt MIT-Vorsitzender Markus Steins.

Um digitale Kompetenzen ins Stadtgebiet zu lotsen, wird die erste Ausbaufläche des Gewerbegebiets „Kaarster Kreuz“ mit insgesamt neun Grundstücken als „Digital Square“ vermarktet. Hier sollen sich online-affine Unternehmen ansiedeln. Ausgeschlossen seien hier unter anderem die Bereiche Logistik und Gartenbau. Bürgermeisterin und Wirtschaftsförderer betonten, dass man bei der Auswahl der Interessenten auf Qualität und auch das Potenzial bei der Gewerbesteuereinnahme achte. Für die Fläche von Alt-Ikea mit elf Grundstücken ist ein Büro- und Dienstleistungsstandort („Business Square“) geplant. Zu fast allen Grundstücken gibt es Erstkontakte oder weitergehende Verhandlungsgespräche. Bislang sei Kaarst als Bürostandort nicht bekannt, so Wirtschaftsförderer Axel Süßbrich, und so sei dies auch ein neuer Aspekt für den Wirtschaftsstandort Kaarst.

Mehr Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung

Mit weiteren Gewerbefläche unter anderem im Bereich Platenhof und Holzbüttgen-Ost hat die Stadt Kaarst zurzeit 36 Grundstücke in der Vermarktung – so viele wie nie zuvor. Auch wenn die Vermarktung der Gewerbegebiete zwar vorangeht, so geschieht dies aus Sicht der MIT zu langsam. „Insbesondere die Erschließung des alten Ikea-Geländes findet viel zu spät statt. Es bleibt leider zu vermuten, dass ein Baubeginn vor 2022 nicht zu erwarten ist. Die hierdurch entstehenden Verluste an Gewerbesteuereinnahmen wiegen in der jetzigen finanziellen Situation der Gemeinde besonders schwer“, sagt Markus Steins. Hier wäre eine zielgerichtete und konstruktivere Zusammenarbeit zwischen Politik und Verwaltung wünschenswert.